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Sind für die neue Sonnenbräu-App verantwortlich: (v.l.n.r.) Pascal Eugster (18) aus Altstätten, Fabio Eichmann (22) aus Heerbrugg und Timo Böhme (41) aus Widnau.
1/1 Bild: cw Sind für die neue Sonnenbräu-App verantwortlich: (v.l.n.r.) Pascal Eugster (18) aus Altstätten, Fabio Eichmann (22) aus Heerbrugg und Timo Böhme (41) aus Widnau.
25.09.2019 06:23

Von komplizierten Codes und Events aus dem Rheintal

Sonnenbräu hat seit Kurzem ihre eigene App. Noch ist sie erst für die Mitglieder des Sonnenbräu Fanclub interessant. Das soll sich laut den drei Entwicklern bald ändern.

Region «TypeScript, JavaScript, NodeJS, HTML oder nein, doch lieber SCSS». Sie verstehen nur Bahnhof? Dann stellen Sie sich vor, Sie sitzen mit drei versierten Informatikern an einem Tisch, welche Ihnen, als «Technik-Laie», ihre eigens entwickelte App erklären möchten. Ich kann Ihnen sagen: Die Fragezeichen waren mir wohl ins Gesicht geschrieben. Doch wenn die drei Entwickler der neuen Sonnenbräu-App – Timo Böhme, Fabio Eichmann und Pascal Eugster – über ihr «Baby» sprechen, ist ihre Leidenschaft und die Faszination am Programmieren richtig spürbar und verständlich.

Ein Raum, in dem Ideen gedeihen

Ich treffe mich mit den drei in ihrem «Büro», im Jugendtreff Stoffel in Widnau. «Den Raum haben wir glücklicherweise von der Gemeinde Widnau und dem Jugendtreff zur Verfügung gestellt bekommen. So tragen wir unseren Teil zur Förderungskultur für junge Leute bei», sagt Timo Böhme. Ein grosser Tisch, dazu einige Stühle, Laptops, leere Getränkeflaschen, Äpfel, das obligatorische Sonnenbräu Bier sowie ein grosser Fernseher, auf dem ein langer Code zu sehen ist. Rundherum Werkzeuge, Leinwände und allerlei Bastelutensilien. Der Raum bietet alles, um seine Ideen zu entfalten. Und eine der Ideen, die in diesem Raum wächst und gedeiht, ist die neue Sonnenbräu App.

Per Zufall bei Sonnenbräu

Hinter der neuen App stehen die zwei ausgebildeten Informatiker Timo Böhme und Fabio Eichmann sowie der angehende Informatiker Pascal Eugster. Die drei kennen sich durch die Arbeit. «Wir wollten ein Projekt neben der Arbeit aufgleisen, bei dem wir eine neue Programmiersprache lernen. Eine App schien uns ideal», erzählt Eugster. Es war purer Zufall, dass Böhme einen Wettbewerb von Sonnenbräu gewann und bei der Abholung des Preises ins Gespräch mit Claudia Graf kam, bei welcher er mit der App auf Interesse stiess. «Wir hatten mehrere Optionen, aber für die Sonnenbräu eine App zu entwickeln, ist natürlich das Nonplusultra», erzählt Eichmann.

250 Stunden Arbeit pro Person

Seit März treffen sich die drei wöchentlich am Dienstag und arbeiten rund fünf Stunden an der App. Das sei jedoch noch lange nicht alles: «Wir arbeiten auch von zu Hause aus und kommunizieren über Skype miteinander», erzählt Eugster. Dazu kommen auch die Sitzungen mit Sonnenbräu, um sich über das Design und den Nutzen und natürlich den Fortschritt auszutauschen. Rund 250 Stunden hat jeder von ihnen bis jetzt für ihr «Baby», wie sie es liebevoll nennen, investiert. Klar, dass es da auch die eine oder andere rege Diskussion gab, wie die drei erzählen und lachen. «Schlussendlich sind wir jedoch immer auf einen gemeinsamen Konsens gekommen. Wir harmonieren als Team perfekt», sagt Eichmann.

Noch nicht am Ziel angelangt, aber im Endspurt

Dominik Sieber von der Sonnenbräu AG sitzt ebenfalls am Tisch: «Grundsätzlich ist das App entstanden, damit die Mitglieder des Sonnenbräu Fanclubs ihre Mitgliederkarte auf dem Handy haben und so auch die Gutscheine für das Gratisbier an Messen per Handy einlösen können. Wir verfolgen aber das Ziel, dass die App öffentlich wird und alle davon einen Nutzen haben.» Der erste Teil ist nun geschafft. An der Wiga in Buchs wurde die App veröffentlicht und kam bei den Fanclub-Nutzern gut an, wie Sieber erzählt. Nun gilt es, in einem zweiten Schritt, die App so fertig zu gestalten, dass jeder davon profitieren kann.

Eine App mit mehreren Facetten

Ein interessanter Schwerpunkt der App soll das soziale Zusammentreffen im Rheintal sein. Mitunter der Eventkalender, auf welchem sowohl Turnunterhaltungen wie auch grosse Partys zu finden sind. Eine Mitgliederkarte und News der Sonnebräu sind bereits fertig implementiert. «Wir sind auf Kurs», sagt Böhme und schmunzelt. Die drei Entwickler ergänzen noch «Eine App muss leben und ist nie wirklich fertig. Es gibt immer etwas Neues, was man programmieren kann». Doch Böhme, Eichmann und Eugster sind sich einig: Sie sind zufrieden mit ihrer bisherigen Arbeit. «Es ist ein super Gefühl, wenn etwas genau so wird, wie man es sich vorgestellt hat – das jetzt schon 600 Leute deine App verwenden ist sehr cool», so Böhme und Eugster ergänzt: «Es hat extrem Spass gemacht, auch wenn es zwischendurch schwierige Momente gab. Es war eine Art 'Weiterbildung', von der wir enorm profitieren konnten.» Wenn man sich die App nun ansieht, ist von all den Codes und Programmiersprachen zwar nichts zu sehen – dafür wird die geleistete Arbeit und die Leidenschaft der drei noch mehr in den Fokus gerückt.

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Cassandra Wüst