Bild: z.V.g.
Kurz danach hätte der Kampfrichter den Schultersieg gegeben - der Mattenchef sah es anders, doch Tobias Betschart (blau) siegte trotzdem klar.
1/1 Bild: z.V.g. Kurz danach hätte der Kampfrichter den Schultersieg gegeben - der Mattenchef sah es anders, doch Tobias Betschart (blau) siegte trotzdem klar.
27.11.2019 07:15

Gute Ausgangslage nach Aufholjagd

Viele Emotionen, Hochspannung bis zum Schluss, eine tolle Stimmung und mit 19:17 ein Resultat, dass jeden Ausgang offen lässt – der erste Halbfinal zwischen der RS Freiamt enthielt alles, was es zu einem aufwühlenden Ringerabend braucht.

Ringen Bis zur Pause agierten die Kriessner unglücklich und der Zwischenstand von 13:4 verhiess nichts Gutes. Doch unterstützt von ihren Fans lieferten die Kriessner im zweiten Umgang ab und holten den grossen Rückstand fast auf.

Harziger Start der Rheintaler

Dorien Hutter hatte gegen Nils Leutert bis 57kg Freistil einen schweren Stand. Der Greco-Spezialist fand kein Mittel gegen die Beinangriffe seines Kontrahenten und musste beim 18:0 schon vor der Pause als Verlierer von der Matte. Damian Dietsche und die Kriessner blieben nach dem Kampf bis 130kg Greco ratlos zurück. Gegen Roman Zurfluh baute Dietsche viel Druck auf, doch das Kampfgericht schickte ihn ein weiteres Mal als ersten mit einer Passivität in die Bodenlage. Diese nutzte Zurfluh zu 2 weiteren Punkten, die er geschickt verteidigte und so einen schmeichelhaften 3:1 Sieg einfuhr. Wie schon Dorien Hutter vor ihm, fand auch Christoph Wittenwiler gegen einen Leutert kein Mittel. Nino diktierte das Geschehen bis 61kg Greco von der ersten Sekunde an und holte sich einen vorzeitigen 16:0 Sieg. Für den ersten Kriessner Sieg war dann Jürg Hutter bis 97kg Freistil besorgt. Er warte damit auch gegen Jeremy Vollenweider seine Ungeschlagenheit in dieser Saison. Das knappe 1:4 brachte allerdings den Kriessner Punktestand nicht nennenswert in Fahrt. Noch vor zwei Wochen besiegte Dominik Laritz bis 65kg Freistil den Europameisterschaftsdritten Randy Vock deutlich. Diesmal brachte Laritz seine zahlreichen Angriffe nicht richtig durch. Im Gegenteil, Vock nutzte diese geschickt zu Kontern und kam so quasi dank den Kriessner Angriffsbemühungen zu Punkten. Doch Laritz gab nicht auf und sicherte sich kurz vor Schluss doch noch 4 Zähler, womit sich der Schaden mit 8:4 in Grenzen hielt.

Kampfgeist gezeigt

Zu Beginn biss sich Ramon Betschart bis 86kg Greco an Marc Weber fast die Zähne aus. Weber hielt dagegen und ging dank einer Passivitätsverwarnung an die Adresse des Kriessners gar mit einem 1:0 in die Pause. Doch Betschart erhöhte im zweiten Umgang den Druck und nutzte die sich daraus ergebende Bodenlage zu einem letztlich verdienten 1:7 Punktesieg. Pascal Strebel gab wie erwartet nach langer Verletzungspause bis 70kg sein Comeback. Im Generationenduell behielt er gegen David Loher zwar die Oberhand, doch das 12:2 war für das Freiamtlager eine Enttäuschung. Die Kriessner dagegen witterten Morgenluft. Bis 79kg Freistil setzte Freiamt auf die Routine von Altmeister Reto Gisler. Doch Tobias Betschart zeigte eine abgeklärte Leistung und schaffte mit einen 1:14 ein deutliches Verdikt. Wäre der Mattenchef dem Kampfrichter auf der Matte gefolgt, wäre Betschart gar als Schultersieger ausgerufen worden. Marc Dietsche liess sich von der aufkommenden Kriessner Euphorie anstecken und zeigte gegen Michael Bucher bis 74kg Freistil einen starken Auftritt. Dietsches Angriffe kamen zielgerichtet und Bucher gelang es nicht, diese zu unterbinden. Am Ende leuchtete ein 0:9 auf der Anzeigetafel, was bedeutete, dass David Hungerbühler mit einem Sieg im letzten Kampf gegen einen weiteren Freiämter «Alten», Andriy Maltsev, seine Farben endgültig ins Rennen um den Finaleinzug zurückbringen konnte. Hungerbühler handelte sich zwar zu Beginn mit einer unbedachten Aktion einen 4:0 Rückstand ein, doch danach hatte Maltsev Glück, nicht vorzeitig eine Schulterniederlage zu kassieren. Am Ende jubelten die Kriessner trotzdem, denn das 5:12 war der erhoffte Erfolg, den es zum knappen 19:17 brauchte.

pd